• Ann-Sophie Duppel

Actionable Insights - Von der Erkenntnis zur Handlung

Viele Unternehmen investieren Geld und Zeit in die Analyse von Daten, um so Insights zu erlangen. Diese Erkenntnisse können helfen, Warum-Fragen zu beantworten und bestimmte Muster zu erkennen. Doch um neue Denkweisen zu entwickeln und daraus geeignete Maßnahmen und Vorgehensweisen abzuleiten braucht es Actionable Insights. Sie sind notwendig, um datengestützte Entscheidungen zu treffen und Handlungen anzuregen. Was Actionable Insights sind und warum diese so wichtig sind, erfahren Sie in diesem Artikel.

Actionable Insights, Handlung

Was sind Actionable Insights?

Actionable Insights sind Erkenntnisse aus der Analyse von Daten, die umsetzbar und verwertbar sind. Umsetzbar in Handlungen und verwertbar für eine fundierte Einschätzung der Zukunft. Es sind aussagekräftige Ergebnisse, die zum Umdenken anregen und deutlich machen, welche Maßnahmen als nächstes ergriffen werden sollten. Unternehmen können Actionable Insights also nutzen, um datengestützte Entscheidungen zu treffen.


Dabei gilt es zu beachten, dass Insights nicht automatisch Actionable Insights sind. Zu Insights gelangt man nicht allein dadurch, dass man mehr Daten oder Informationen sammelt. Es geht vielmehr darum, Datenmengen zu analysieren und damit bestimmte Muster (Ausgabengewohnheiten, Marktumbrüche sowie andere Markt- und Finanzmuster) zu erkennen. Die Datenanalyse soll helfen, „Warum“-Fragen zu beantworten. Sobald genügend Insights aus dieser Datenanalyse gewonnen wurden, um daraus eine geeignete Vorgehensweise, eine Handlung oder neue Denkweisen abzuleiten, spricht man von Actionable Insights.


Insights, Actionable Insights

Warum und wofür sind Actionable Insights wichtig?

Wie bereits erwähnt, sind Actionable Insights wichtig, um strategische Entscheidungen zu treffen. Diese werden aus den eigenen Daten eines Unternehmens abgeleitet, z.B. aus dessen Verkaufsdaten oder Kundenbewertungen. Solche auf Actionable Insights beruhenden Entscheidungen und Maßnahmen können dann dazu beitragen, die Produkte des Unternehmens und dessen betriebliche Abläufe zu verbessern.

Viele Unternehmen haben jedoch Schwierigkeiten, Ihre Daten sinnvoll zu nutzen und daraus einen Mehrwert zu schaffen. Denn laut einer Studie von Forrester Research geben 74% der Unternehmen an, sie wollen datengesteuert sein, aber nur 29 % sind tatsächlich erfolgreich darin, Ihre Analysen in konkrete Maßnahmen zu übersetzen. Actionable Insights könnten das fehlende Glied für Unternehmen sein, die mit der Analyse Ihrer Daten wirtschaftliche Ergebnisse erzielen wollen.


Wie gelangt man zu Actionable Insights?

Im Zusammenhang mit Actionable Insights ist es sehr wichtig, den Unterschied zwischen den Begriffen „Daten“, „Informationen“ und „Erkenntnisse (Insights)“ zu kennen, denn sie sind nicht als Synonyme zu verstehen. Man kann sie sich vielmehr als hierarchische Pyramide vorstellen, bei der die Daten das Fundament bilden, Informationen in der Mitte stehen und Erkenntnisse (Insights) die Spitze darstellen.


Daten, Informationen, Insights, Actionable Insights, Begriffspyramide

  • Daten sind rohe und unverarbeitete Fakten, die meist in Zahlen oder Texten vorliegen. Sie können quantitativ oder qualitativ sein und sind oft in Datenbanken oder Tabellen angelegt.

  • Informationen sind bereits verarbeitete und aufbereitete Daten, die in ein kontextgebendes Format gebracht wurden. Dieses kann eine Form der Visualisierung, ein Dashboard oder ein Bericht sein. Um diese Informationen anderen verständlich zu machen wird auch oft die Methode des Data Story Telling angewandt.

  • Erkenntnisse (Insights) müssen sodann aus der Analyse dieser Informationen und dem Schlussfolgern gewonnen werden. Das heißt, Daten und Informationen bilden die Grundlage der Erkenntnis, die aber notwendig ist, um Entscheidungen zu treffen und Veränderungen herbeizuführen.

  • Wie gelangt man nun zu Actionable Insights? Anhand der Definitionen der drei Begriffe konnte man erkennen, dass jede Stufe der Pyramide die jeweils darunterliegende Stufe zur Grundlage hat. Das heißt, dass die höhergelegene Stufe aus der Weiterverarbeitung und Kontextualisierung der darunterliegenden Stufe erreicht werden kann. Wenn man nun Actionable Insights an die Spitze der Pyramide setzt, folgt daraus, dass auch Insights verarbeitbar und in Handlungen umsetzbar sein müssen, damit sie zu Actionable Insights werden.

Das folgenden Bild illustriert die Unterschiede und Bedeutungen der einzelnen Begriffe:

Daten, Informationen, Data Story Telling, Actionable Insights
https://images.app.goo.gl/oEKM43hw4UeEgb286

Beispiel für Actionable Insights

Stellen Sie sich beispielsweise eine Fitnessuhr vor, die Ihnen viele Aktivitätsdaten anzeigt: Schritte, Kalorien, Kilometer, Herzschläge pro Minute und so weiter. Zu einem bestimmten Zeitpunkt schauen Sie auf die Uhr und lesen, dass Sie bereits 8.500 Schritte an diesem Tag gegangen sind. Diese Daten sind für sich allein genommen nutzlos, bevor sie nicht in einen Kontext gebracht werden. Wird diese Zahl jedoch mit anderen Daten gemeinsam visualisiert, z.B. in Form einer Tabelle oder eines Diagramms, in der die Schrittzahlen der vergangenen Tage ebenfalls angezeigt werden, und somit miteinander in Beziehung gesetzt werden, kann von Informationen gesprochen werden. Wenn Sie nun diese Informationen analysieren, könnten Sie möglicherweise erkennen, dass Ihr heutiges Pensum bereits über dem gestrigen liegt und Sie außerdem mit ein wenig Anstrengung am Nachmittag das Tagesziel von 10.000 Schritten erreichen können (Insight). Die zuletzt genannte Erkenntnis regt Sie zum Umdenken (vielleicht verschieben Sie nun Ihre Pläne und entscheiden, zu Fuß nach Hause zu gehen) und zum Handeln an: weitere 1.500 Schritte gehen (Actionable Insight).


Woran erkennt man Actionable Insights?

Die sechs Schlüsselattribute von Actionable Insights


Schlüsselattribute von Actionable Insights

Um zu erkennen, ob Insights wirklich umsetzbar und damit Actionable Insights sind, können Sie sich anhand dieser sechs Schlüsselattribute orientieren.

  • Ausrichtung: Wenn eine Erkenntnis eng mit Ihren Geschäftszielen und strategischen Initiativen verknüpft ist, ist es wahrscheinlicher, dass sie zum Handeln führt.

  • Kontext: Ohne begleitende und unterstützende Informationen ist es schwer, Erkenntnisse richtig zu interpretieren und daraus Maßnahmen abzuleiten. Die Erkenntnis muss immer in einen Kontext gebettet sein.

  • Relevanz: Was für den einen relevant erscheint, ist für den anderen nur viel Lärm um nichts. Die Relevanz einer Erkenntnis ist in gewissem Maßen subjektiv. Es kommt darauf an, dass die Erkenntnis zum richtigen Zeitpunkt der richtigen Person im richtigen Umfeld vermittelt wird. Wenn die Erkenntnisse nicht den richtigen Entscheidungsträgern weitergeleitet werden, erhalten sie nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.

  • Spezifität: Je spezifischer und vollständiger eine Erkenntnis ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie in die Tat umgesetzt werden kann.

  • Neuartigkeit: Bei so vielen konkurrierenden Daten und Informationen, die es zu verarbeiten gilt, ist eine neuartige Erkenntnis gegenüber einer bereits bekannten im Vorteil. Denn wenn Ihr Unternehmen zum ersten Mal ein Muster entdeckt, wird diesem mehr Beachtung geschenkt, als beim fünften oder zehnten Mal, vor allem, wenn bereits Maßnahmen daraus abgeleitet wurden.

  • Klarheit: Wenn die Erkenntnis anderen Menschen nicht klar wird und sie nicht verstehen, warum sie wichtig ist, wird sie übersehen und vergessen. Eine klare Kommunikation, am besten unterstützt durch geeignete Visualisierungen und Erklärungen, trägt dazu bei, dass die Erkenntnis richtig verstanden und interpretiert wird und bereitet den Weg für das Handeln vor.

Fazit

Daten sind die Grundlage von Informationen. Durch die Analyse von Informationen kann man zu Erkenntnissen kommen. Und Erkenntnisse, die in Handlungen und Maßnahmen umgesetzt werden können, die zum Umdenken anregen, sind Actionable Insights. Sie stellen die Spitze der hierarchischen Begriffspyramide dar, weil sie zu Verbesserungen und Entwicklungen führen können. Dafür müssen sie jedoch in die Tat umgesetzt werden. Um zu erkennen, wann Insights wirklich umsetzbar und verwertbar sind, kann es helfen, sich an den sechs Schlüsselattributen der Actionable Insights zu orientieren.


Quellen:



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